Motorradtour zum Bodensee 3.Oktober 2001 - 5.Oktober 2001

Schon vor dem Morgengrauen bin ich in Königsbrunn mit meiner vollgepackten
SUZUKI GN125er losgedüst.

Ich hatte zwar nur das Nötigste für zwei Nächte Camping eingepackt, aber mit Schlafsack und Zelt wurde der Platz in der Gepäckrolle und im Rucksack sehr knapp. (Inzwischen habe ich mir noch Satteltaschen für die nächsten Touren gekauft).

Für die Fahrt von Königsbrunn nach Bregenz habe ich absichtlich keine Autobahnen, Schnell- und Bundesstraßen benutzt, sondern bin von Dorf zu Dorf auf kleinen Ortsverbindungsstraßen gefahren.

Die Fahrt ging über Schwabmünchen, Türkheim, Bad Wörishofen, Obergünzburg, Kempten, Isny, Weiler, Bregenz (A), und Rorschach (CH) nach Arbon (CH)

Dabei musste ich öfters anhalten und meine Landkarte aus der Jacke holen, um zu kontrollieren, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin, da die Wegweiser auf solchen Straßen meist nur auf das nächste Dorf verweisen. (Eine Kartentasche für den Tank habe ich mir inzwischen auch gekauft).

Der Lohn war eine wunderschöne Fahrt durch das Allgäu. Die schöne Landschaft, die sauberen Dörfer und die kurvenreichen Straßen machten bereits die Anfahrt zu einem Erlebnis.

Das Wetter war herrlich, doch durch die Erfahrungen mit der Jahreszeit und den frühen Morgenstunden nahm ich mir vor, mich das nächste Mal wärmer anzuziehen. Besonders in bewaldeten Tälern war es noch neblig und frisch. Hier musste ich auch in den Kurven vorsichtig sein, denn teilweise lag schon feuchtes Laub auf der Straße und das ist ganz schön rutschig.

In Isny nahm ich erstmal ein typisch "Bayerisches Frühstück" zu mir (Ham and Eggs bei Mc Donalds) ;-)))

In Bregenz staute sich der Verkehr in Richtung Schweiz, so dass ich hier eine gute Stunde verloren hatte. Aber nach insgesamt ca. 6 Stunden kam ich in Arbon an.

Das Städtchen Arbon ist echt sehenswert, so sauber und ordentlich wie man es sich in der Schweiz vorstellt. Eine schöne Altstadt und eine Bar, Tanzbar oder Disko neben der anderen. Hier ist in der Saison sicher der Bär los.



Nur wenn man im Restaurant essen gehen will bekommt man erstmal einen Schock von den Preisen. Z. B. Spagetti: 18,-- Franken (ca 23,-- DM)!

Mir war das zu teuer, ich habe dann in einer Seitenstraße bei einem türkischen Imbiss gut und preiswert gegessen. (Menü: Döner mit Salat, Reis und Fladenbrot für 9,90 Franken, Flasche Cola 2,50 Franken.)

Anschließend bin ich dann zum Campingplatz gefahren und habe mein Basislager aufgebaut. Die Dame an der Rezeption war sehr erstaunt, dass ich um diese Jahreszeit noch zelten wollte und warnte mich gleich, dass es laut Wetterbericht in der Nacht regnen würde.

Der Campingplatz in Arbon ist echt zu empfehlen. Klein, sauber (wie anscheinend alles in der Schweiz) und sogar preiswert (zwei Nächte für eine Person mit Zelt und Motorrad, zusammen 24,-- Franken).

Den Rest des Tages kurvte ich mit meiner GN in der Gegend über Arbon herum. Vom Berg aus hatte man einen wunderbaren Ausblick über den Bodensee, leider war das Wetter schon etwas dunstig.

Bei den hohen Bewirtungspreisen in der Gegend verzichtete ich auf ein warmes Abendessen, kaufte mir ein paar Dosen Bier und eine kleine Brotzeit im Supermarkt. (Frei nach dem Motto "Das bisschen was ich esse kann ich auch trinken)

In der Nacht regnete es wirklich wie vorhergesagt, aber ich blieb in meinem Zelt relativ trocken. Morgens war es dann "nur" noch stark bewölkt.

Nach einem kleinen selbst gekochtem Frühstück startete ich meine GN um den höchste Berg in dieser Gegend zu erklimmen. Den Säntis (2502 m). Ab der Schwagalp (Talstation) natürlich ohne GN, sondern mit der Gondel.

Aber erstmal ging es über St.Gallen und Appenzell durch die wunderschöne Bergwelt des Appenzeller Landes. Hier ist wirklich die Bilderbuch-Schweiz. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn ich den Alm-Öy und die Heidi getroffen hätte.

Ich war von der Landschaft so begeistert, dass mich nicht mal der einsetzende Nieselregen störte.

Als ich dann zur Schwagalp fuhr, stellte ich fest, dass eine Talstation auch ziemlich weit oben sein kann. In diesem Fall sogar an der Baumgrenze.

Aber meine GN kletterte wie eine Bergziege hoch, es war eine wahre Freude.

An der Schwagalp angekommen, träumte ich schon von strahlendem Sonnenschein auf dem Berggipfel über den Wolken. Aber sch... schön wärs.

In der Talstation stand zum Glück ein Monitor mit Live-Bilder vom Gipfel. Und ich sah, dass man nichts sah. Nur Nebel und Regen. So sparte ich mir wenigstens 33,-- Franken und eine noch größere Enttäuschung.

Ich besichtigte dann noch die Käserei der Schwagalp und fuhr gemütlich, die Bergwelt genießend (es regnete nicht mehr) zurück nach Arbon.

Da das Wetter am nächsten Tag auch nicht besser wurde, fuhr ich den gleichen Weg wie ich gekommen war nach Hause.